Die Zielgruppe der ersten beiden Projektphasen (Phase I: 2002 bis 2003, Phase II: 2005 bis 2007) waren Schüler der 5./6. sowie der 7.- 9. Klassen. Nachdem in umfangreichen Befragungen einerseits bestehende Konsummuster der Kinder und Jugendlichen im nordöstlichen Grenzgebiet Deutschlands bzw. nordwestlichen Grenzgebiet Polens, andererseits relevante Faktoren für die Entwicklung von Einstellungen und Lebenshaltungen hinsichtlich des Umgangs mit Drogen verschiedenster Art (Eltern/Familie, Peer-Group etc.) erforscht worden waren, richtete sich die Arbeit auf die Ausbildung von studentischen Fachkräften für die Suchtprävention. Sie fand im Rahmen des Lehramtsstudiums statt, so dass die Studierenden als Multiplikatoren der Suchtvorbeugung in den Schulen eingesetzt werden konnten.


Ein weiterer Schwerpunkt waren die Bemühungen, durch verschiedene Veranstaltungsformen (Wochenend-Workshops etc.) die Handlungskompetenz der Eltern in dieser Hinsicht zu erhöhen. Die erfolgreiche Umsetzung dieser Vorhaben und eine dauerhafte Wirksamkeit konnten jedoch nur gewährleistet werden, indem ein klar strukturiertes Netzwerk all jener Kräfte gebildet wurde, die in verschiedenen Rollen/Positionen am Erziehungsprozess der Kinder/Jugendlichen beteiligt sind (Lehrer, Eltern, Studierende, Psychologen/Fachkräfte der Suchtprävention). Die nunmehr dritte Phase des Projekts, die im Folgenden skizziert werden soll, basiert in ihrer Konzeption auf den dort erzielten Ergebnissen und bildet damit eine unmittelbare Fortsetzung.


Das bestehende Netzwerk soll in der geplanten dritten Phase weiter gestärkt und ausgebaut werden, um einen andauernden Erfolg zu gewährleisten. Aus den Befragungen hat sich u.a. ergeben, dass das Einstiegsalter für Drogen insgesamt sinkt. Dabei muss insbesondere die Haltung zu Alkohol und Nikotin besondere Beachtung finden. Zudem bilden sich entsprechende Einstellungen, welche die Voraussetzung für einen potenziellen Drogenkonsum bilden, schon erhebliche Zeit vor dem ersten direkten Kontakt mit Drogen aus. Demzufolge muss eine sinnvolle Prävention ebenfalls wesentlich früher ansetzen. Zielgruppe dieser Projektphase sind deshalb Kinder im oberen Kindergarten- (Vorschuljahr) und im jüngeren Schulalter (Grundschule, Sekundarstufe I).



Projektziele

  1. Verbesserung der Lage der sozial Benachteiligten im Ostseeviertel (D) und Ogrody (PL)

  2. Verbesserung des Gesundheitszustandes der Kinder im Übergang(Kindergarten – Grundschule – weiterführende Schule)

  3. Verringerung der Suchtprobleme, insbesondere bei Nikotin und Alkohol

  4. Förderung des Gesundheitsverhaltens in Problemfamilien

  5. Stärkung der protektiven Faktoren bei Eltern und Kindern

  6. Stärkung und Erweiterung von Entwicklungsperspektiven für benachteiligte Kinder

  7. Ausbildung von Beratungsschülern („Peer-group-Moderatoren“)

  8. Schaffung langfristiger pädagogischer Partnerschaften aller am Erziehungsprozess Beteiligten bei der Entwicklung der Heranwachsenden  –  Zielgruppen: Kinder (Vorschule, Grundschule, weiterführende Schule), Eltern, Problemfamilien in den Sozialräumen Ostseeviertel und Ogrody



Projektaktivitäten

(Gegenstand der beantragten Förderung, Inhalt des Projektes):


  1. Sozialraumvergleich und Arbeit in zwei benachteiligten Stadtteilen in Polen (Ogrody in Kolobrzeg) und Deutschland (Ostseeviertel in Greifswald)

  2. Untersuchung der Übergänge der Kinder vom Kindergarten zur Grundschule und von der Grundschule zur weiterführenden Schule

  3. Stärkung der protektiven Faktoren, um Suchtprobleme in beiden Ländern früh zu erkennen

  4. Arbeit mit Problemfamilien (Alkoholmissbrauch, Armut, Vernachlässigung)

  5. Einsatz von ausgewählten Lehramtsstudenten für die Sozialräume in Deutschland und Polen

  6. Arbeit mit Senioren, um sie in beiden Ländern für die Unterstützung von Problemfamilien zu gewinnen und Erfahrungen intergenerativ zu nutzen

  7. Evaluation der Effektivität und Effizienz von Maßnahmen



Projektpartner

  1. Regionalstelle für Suchtvorbeugung und Konfliktbewältigung in Greifswald und im Landkreis Ostvorpommern

  2. Evangelisches Krankenhaus Bethanien gGmbH (Johanna-Odebrecht-Stiftung)

  3. ml&s GmbH & Co.KG Greifswald

  4. Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Bildungswissenschaften

  5. Universität Szczecin, Pädagogisches Institut

  6. Gymnasium Nr. 3, Kołobrzeg

  7. Skola Podstawowa Nr.4, Kołobrzeg (Grundschule)

  8. Przedszkole Miejskie Nr. 10, Kołobrzeg

  9. Martin-Andersen-Nexö-Grundschule, Greifswald

  10. Regionale Schule „Caspar David Friedrich“, Greifswald

  11. Kindertagesstätte „Zwergenland“, Greifswald

  12. Institut für Gesundheitssport & Trainingsanalyse Greifswald

Vor dem Hintergrund zunehmender sozialer Probleme in der Bevölkerung der Grenzgebiete, konkret in den Regionen Greifswald, Szczecin und Kolobrzeg (erhöhter Drogenkonsum, Drogenschmuggel, steigende Kriminalität, Arbeitslosigkeit, Ausländerfeindlichkeit) haben sich die Regionalstelle für Suchtvorbeugung und Konfliktbewältigung Greifswald (RSK), Fachkräfte der Universitäten Greifswald und Szczecin sowie Spezialisten des Evangelischen Krankenhauses Bethanien der Johanna-Odebrecht-Stiftung Greifswald entschlossen, im Bereich der primären Suchtvorbeugung als Gegenmaßnahme grenzüberschreitende und koordinierte Netzwerke aufzubauen.

Das Projekt

Willkommen

Flyer über Ziele des Projektes
(PDF 322kB)

  1. ziele_und_wege_deutsch.pdf


Flyer über Fernziele
(PDF 152kB)

  1. fernziele_deutsch.pdf

Am Mittwoch, dem 09.11.2011, fand im Alfried Krupp Kolleg Greifswald, Martin-Luther-Straße 14, der Abschlusskongress zum Projekt „Grenzüberschreitendes Netzwerk in der Suchtvorbeugung für die Euroregion Pomerania, Projektphase III 2009 – 2012“ statt.


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Kongress in Kolobrzeg

„10 Jahre deutsch-polnische Projekte“

Am Dienstag den 28.02.2012 im Gymn. Nr.3 in Kolobrzeg

Weitere Informationen HIER >>

Kofinanziert aus Mitteln der Europäischen Union (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung)